"Flintenweiber - Frauen auf der Pirsch"

NDR - MDR

Kurz vor Sonnenaufgang: Zwei Frauen stecken die Köpfe zusammen und tuscheln. Zu gerne würden sie jetzt abdrücken, aber die Tiere, die ihnen da vor die Flinte geraten sind, haben Schonzeit. Inga Tillmann ist Jagdschülerin. Waidfrau in Ausbildung. In einem dreiwöchigen Kompaktkurs will sie ihren Jagdschein machen. Über 3.000 Antworten zu Fragen über Wald. Wild und Waffen muss sie in nur 20 Tagen lernen. Pauken rund um die Uhr! Erst drei Stunden Hochstand in der Früh, dann zwölf Stunden Unterricht.
Und gerade als sich Inga Tillmann erschöpft ins Bett legen will, klingelt das Telefon: Ein Keiler ist geschossen worden, die Chance für sie. zum ersten Mal ein Tier alleine aufzubrechen. Eine harte Arbeit, vor der sich auch manche männlichen Kollegen gerne drücken. Immer mehr Frauen erobern eine der letzten Männerdomänen: "Jagen ist kein reines Männerhobby mehr", sagt Claudia Lemmerholz, eine der Ausbilderinnen. Aber sie weiß auch, dass Frauen sensible Jägerinnen sein können: "Ich habe bei meinem ersten erlegten Tier geweint." Tränen nach geglücktem Schuss, sind nicht Inga Tillmanns Sache. "Ich will jagen, weil ich das Fleisch gerne mag", erzählt sie nüchtern. Doch als es auf die Prüfung zugeht, wird die coole Jungjägerin nervös: "Ich habe mir viel vorgenommen und will es unbedingt schaffen." Eine beeindruckende Reportage des Hamburger TV-Autors Hans-Walter Döring mit interessanten, spannenden und hautnahen Bildern.

Gesendet von: NDR - MDR